Finden sich in den
Schriften von Rabbiner Samson Raphael Hirsch (1808–1888), dem Begründer
der deutschen Neo-Orthodoxie, anarchistische Ansichten? Der israelische
Bibelexperte und Hochschullehrer Amnon Shapira (Jahrgang 1935) bejaht
diese Frage und dürfte damit viele »Hirschianer« garantiert überraschen.
In seiner solide ausgearbeiteten Studie Jewish Religious Anarchism über
den jüdisch-religiösen Anarchismus vertritt Shapira die These, es habe
von der biblischen Zeit bis zur Gegenwart im Judentum auch eine
anarchistische Strömung gegeben.
Um diese originelle Behauptung
zu beweisen, referiert der Autor zahlreiche Forschungsarbeiten und auch
eigene Untersuchungen. So hat noch niemand vor Amnon Shapira die
Toraauslegungen Rabbiner Hirschs mit der Ideenwelt des Anarchismus in
Verbindung gebracht.
Bibel Der
moderne Anarchismus, für den Namen wie Bakunin, Kropotkin und Proudhon
stehen, entstand erst im 19. Jahrhundert, aber er hatte zahlreiche
Vorläufer, die man nach ihrer jeweiligen Schwerpunktsetzung in einer
Typologie ordnen kann. Einer dieser Typen ist der religiöse Anarchismus,
den wir bereits in der Bibel an einigen Stellen sehen können. Diese
biblischen Passagen aufzuzählen und zu erläutern, würde den hier
gegebenen Rahmen sprengen. Shapira spricht sogar davon, der Anarchismus
sei in Wirklichkeit eine jüdische Erfindung!
Die unbestreitbare
Tatsache, dass in fast allen Gruppen der modernen anarchistischen
Bewegung relativ viele Juden aktiv waren, hängt nach der Auffassung
Shapiras damit zusammen, dass diese Leute sowohl eine bestimmte jüdische
Haltung zur Herrschaft als auch eine Wertschätzung der solidarischen
Gemeinde beibehalten haben. Es wird nicht verschwiegen, dass die meisten
dieser Anarchisten später als Kosmopoliten die Religion, die sie zum
Anarchismus geführt hatte, heftig bekämpften.
Welches sind die
zentralen Anliegen des religiösen Anarchismus? Zu nennen sind mehrere
Züge, die einander ergänzen: die Hochachtung autonomer Gemeinden, die
Gerechtigkeit und Gleichheit praktizieren; die Befürwortung einer
Dezentralisierung der Macht (Antimonarchismus); die Verschränkung von
Freiheit und Verantwortung, die eine Unterdrückung der sozial Schwachen
nicht zulässt. Shapira dokumentiert in seiner umfangreichen Monografie,
wie diese Prinzipien immer wieder in verschiedenen Variationen
hervorgehoben worden sind.
Rabbi Akiwa Die
Fülle des zusammengetragenen Materials ist beeindruckend, sogar
überwältigend. Der Leser lernt bekannte Gestalten wie zum Beispiel Rabbi
Akiwa (50–135), Don Yizhak Abrabanel (1437–1509), Rabbi Abraham Ibn
Ezra (1089–1164) und den Religionsphilosophen Salomon Ludwig Steinheim
(1789–1866) aus einer neuen Perspektive kennen, und er wird auch mit
Ideen von Denkern aus der zweiten Reihe vertraut gemacht, die bereits in
Vergessenheit geraten sind.
An mehreren Stellen des Buches ist
nicht zu übersehen, dass Shapira nicht nur als ein Distanz wahrender
Historiker schreibt; er ist offensichtlich in der Sache engagiert. Der
Autor, der seit Jahrzehnten in der national-religiös ausgerichteten
Siedlung »Kibbuz Tirat Zwi« lebt, sieht im religiösen Anarchismus etwas
Positives, das Wertschätzung verdient. Obwohl Shapira um die politischen
Gefahren des religiösen Anarchismus weiß, hofft er doch auf seine
Renaissance in der nahen Zukunft.
Weil Shapira seine
beachtenswerte Studie auf Hebräisch verfasste, werden viele
interessierte Anarchismusforscher in Europa und in Amerika sie nicht
studieren können. Um zumindest die Ergebnisse seiner Arbeit einem
breiteren Publikum zugänglich zu machen, hat der Autor das ausführliche
Inhaltsverzeichnis sowie auch eine Zusammenfassung seiner Thesen ins
Englische übersetzt. Damit kann eine internationale Diskussion über den
jüdisch-religiösen Anarchismus in Gang kommen.
Amnon Shapira: »Jewish Religious Anarchism«. University Ariel Press, Ariel 2015, 835 S., 120 NIS
Anarchosyndikalistische
Gewerkschaft demonstriert in der Hauptstadt gegen „Lohnraub“,
„Ausbeutung“, „Repression“ und „Union Busting“.
FAU-Demo in Berlin, 4.06.2016 / SpIn
4.
Juni 2016 – Am Hackeschen Markt in Berlin stehen ein paar Polizisten.
Man weiß nicht genau ob sie wegen der laut feiernden Touris oder der
Demonstration der anarchosydikalistsichen Gewerkschaft, Freie
Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU), vor Ort sind. Die Demo besteht
lediglich aus rund 50 Personen, die sich nicht besonders bemerkbar
machen. Aber die Gewerkschaft selbst ist nicht allzu groß, sie zählt
etwa 600 Mitglieder. Die FAU ist ein Ableger der spanischen
Basisgewerkschaft CNT, die nach dem Tod Francos wiedergegründet wurde.
Zudem sieht sie sich in der Tradition der Freien Arbeiter-Union
Deutschlands (FAUD), die 1933 von den Nationalsozialisten aufgelöst
wurde. Dem Anarchosyndikalismus entsprechend, ist die Gewerkschaft
basisdemokratisch und föderalistisch aufgebaut. Die Organisation erfolgt
mittels eines Delegiertensystems. Die FAU zielt darauf die Lebens- und
Arbeitsbedingungen zu verbessern und ihr übergeordnetes Ziel ist eine
herrschaftsfreie Gesellschaft. Diese Ziele sollen laut eigener
Beschreibung nicht über das Parlament erreicht werden, sondern durch
Streiks, Boykotte und direkte Aktionen.
Was
mit „Lohnraub“, „Ausbeutung“ und „Repression“ gemeint ist, dürfte klar
sein. So sei es laut FAU z. B. in der Gastronomie kein Einzelfall, wenn
das Gehalt nicht ausgezahlt würde. Für solche und ähnliche gestaltete
Fälle, setzt sich die Gewerkschaft ein. Ihre Mitglieder sind zufrieden.
„Die FAU hat mir schon bei vielen Arbeitsmarktkämpfen geholfen.“, sagt
ein Mitarbeiter der Deutschen Post. Das Helfen wird aber laut FAU immer
schwieriger. Der Grund ist das sogenannte „Union Busting“. Was ist damit
bloß gemeint? Die FAU beanstandet, Repressionen durch die Regierung
ausgesetzt zu sein. Es wird ihr z. B. untersagt, gegen bestimmte
Restaurants zu klagen. Und kleine Leute, können es sich nicht leisten zu
klagen. Das sei den „Bossen“, laut der Gewerkschaft, bewusst. Die
„Bosse“ sind sowieso für die FAU das Böse schlechthin. Am besten fände
sie eine Welt ohne Chefs, in der Arbeiter ihre Betriebe selbst leiten.
Vereinzelt hat es solche Projekte bereits gegeben (unabhängig von der
FAU). Flächendeckend ließe sich das schwer umsetzen. Dem müsste ein ganz
neues Bewusstsein vorausgehen.
Neuformierung des internationalen Anarchosyndikalismus
Erklärung des FAU-Kongress 2016
In vielen Ländern erstarken menschenfeindliche
Ideologien vor einem neoliberalen Hintergund. Um die verschärften
Angriffe des Kapitalismus abzuwehren, müssen wir gewerkschaftliche
Aktivitäten im internationalen Maßstab entfalten.
Unsere Internationale, die Internationale ArbeiterInnen-Assoziation
(IAA), ist schon seit geraumer Zeit nicht mehr in der Lage, die
Klassenkämpfe aktiv zu begleiten. Die internen Debatten drehen sich in
erster Linie um abstrakte ideologische Fragen, anstatt die
Klassenverhältnisse, in denen wir uns alltäglich bewegen, zu
analysieren. Es ist uns in den letzten Jahren leider nicht gelungen,
eine Neuausrichtung auf emanzipatorische Kämpfe zu realisieren.
Vor diesem Hintergrund begrüßt der Kongress der Freien
Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union 2016 die Initiative unserer
Schwestergewerkschaften CNT (Spanien) und USI (Italien), eine
Neuformierung der anarchosyndikalistischen Bewegung auf internationaler
Ebene in die Wege zu leiten. Diesen Prozess möchten wir aktiv
mitgestalten.
Wir streben eine Internationale an, in der pluralistische Debatten in
einer solidarischen Atmosphäre geführt werden, eine Internationale in
der sich kollektive Lernprozesse entfalten können und die
länderübergreifend betriebliche Strukturen etabliert. Eine solche
Internationale kann eine praktische Perspektive auf eine Welt jenseits
des neoliberalen und rechtspopulistischen Wahnsinns eröffnen.
Seit Sommer 2015 bietet die FAU Düsseldorf zusammen
mit der Grupo de Acción Sindical NRW eine kostenlose gewerkschaftliche
Erstberatung.
Die meisten spanischsprechenden Arbeiter*innen, die seitdem zu uns
gekommen sind, haben den Weg über das Oficina Precaria von Marea Granate
NRW genommen.
Die Probleme der Kolleg*innen sind bisher sehr ähnlich (wenn es auch
einige wirkliche Ausreißer gegeben hat, die wir von Anfang an an
Rechtsanwält*innen weiterleiten mussten). Fast immer geht es um
Unregelmäßigkeiten mit dem Lohn, Fragen zum Urlaub, zu Arbeitszeiten und
natürlich auch immer wieder um Kündigungen. Zwei Konflikte möchten wir
euch etwas näher vorstellen, da sie unserer Meinung nicht nur
exemplarisch sind, sondern auch über reine Abwehrkämpfe hinausgehen.
Da haben wir zum einen unsere Kollegin „Maria“. Sie hat eine
Berufsausbildung in Spanien gemacht (Tourismusbranche) und kam mit ihrem
Freund nach Düsseldorf. Im März 2015 fing sie einen Job als Putzfrau in
einem Hotel in der Düsseldorfer Altstadt (Wallstraße) an. Noch in der
vertraglich festgehaltenen Probezeit von sechs Monaten (was dem
gesetzlichen Maximum für Probezeiten entspricht!) wurde sie aufgrund
eines Arbeitsunfalls von den Bossen kurzerhand entlassen. Als sie zu uns
kam, hatte sie natürlich erst einmal eine ganze Reihe von Fragen, zum
Beispiel, ob es in Deutschland üblich ist, dass die Arbeiter*innen ihre
Arbeitsunfälle bei der Berufsgenossenschaft selbst melden müssen, dass
man weniger Lohn bekommt und viele andere Fragen.
Und natürlich die wichtigste Frage: Was tun?
Wir haben ihr dann die grundsätzliche rechtlichen Rahmenbedingungen
erklärt und ihr, nachdem sie sich dazu entschlossen hatte, auch geholfen
ihr rein juristisches Recht beim Arbeitsgericht einzuklagen. Dieser
Teil lief nach anfänglichen Schwierigkeiten sehr gut. Womit niemand von
uns gerechnet hatte: Das Gericht konnte die erste Einladung zum
Gütetermin nicht zustellen, da die beiden Bosse postalisch nicht über
das Hotel zu erreichen sind. Wie in Detektivfilmen der 1950er Jahre
gelang es „Maria“ die Privatadressen der beiden herauszubekommen und dem
Gericht mitzuteilen. Trotzdem haben es die Bosse nicht für nötig
befunden, zum Gütetermin zu erscheinen. Uns war es recht, bekam „Maria“
so doch ein sogenanntes Versäumnisurteil, und zwar direkt in Form eines
vollstreckbaren Titels. Das bedeutet, dass sie Ihre Forderungen durch
einen Gerichtsvollzieher bei den Bossen beschlagnahmen lassen kann. Am
Ende war damit aber die eigentliche Frage „Was tun?“ noch lange nicht
zur Gänze beantwortet. Also haben wir uns danach noch einmal getroffen
und gemeinsam überlegt, was wir als Arbeiter*innen und Syndikalist*innen
noch tun könnten. Das Ergebnis unseres gemeinsamen Nachdenkens war:
EINE DEMO FÜR UNSERE WÜRDE
Bei dieser Demo ging es nicht darum, vor einer juristischen
Entscheidung Druck auf die Bosse auszuüben. Juristisch war der Fisch
gegessen (auch wenn „Maria“ ihr Geld noch durch das Gericht bei den
Bossen pfänden lassen muss) – Nein es ging „Maria“ und uns einzig und
alleine darum, zu zeigen, dass wir als Arbeiter*innen uns die
Frechheiten der Bosse in Düsseldorf nicht länger widerspruchslos
gefallen lassen werden. Und, dass wir uns bei diesem Widerspruch weder
auf die Gerichte verlassen werden noch irgendwelche „konkreten Lösungen“
anstreben. „Marias“ Aufruf, sie bei der Behauptung ihrer Würde als
Arbeiterin zu unterstützen, kamen gut 20 Menschen nach. Neben
Mitgliedern der FAU Düsseldorf kamen vor allem Unterstützer*innen aus
den Reihen von Marea Granate NRW, GAS NRW und der FAU Duisburg (die uns
von Anfang an tatkräftig unterstützt hat). Am Samstag, den 5. März
versammelten wir uns direkt am Hotel. Knapp zwei Stunden riefen wir
zusammen Slogans in unseren verschiedenen Muttersprachen: Spanisch: No
hay pan - para tanto CHORIZO – Französisch: Qui sème la misère, récolte
la colère – Englisch: an injury to one is an injury to all
An dieser Stelle müssen wir uns auch bei den zahlreichen Menschen
bedanken, die uns spontan ihr Interesse und ihre Solidarität bekundet
haben. Ganz besonders müssen wir uns bei dem Bäcker bedanken, der es
sich nicht nehmen ließ, seine Pause dafür zu nutzen, um uns mit einem
neuen Slogan zu versorgen: „Helau! Helau! Hier arbeitet man für lau!“
Leider werden wir ihn sicher noch häufiger gebrauchen können. Direkt im
Anschluss gingen wir in ein Café auf der Wallstraße, wo wir von den dort
arbeitenden Kolleg*innen und von Gästen angesprochen wurden. Besonderes
Erstaunen erregte die Tatsache, dass wir „den ganzen Aufriss“ (was ganz
offensichtlich positiv gemeint war) für eine einzige Kollegin
veranstalteten. Die Aktion zeigte noch am gleichen Abend eine
unerwartete Wirkung: beide Hotelchefs meldeten sich reuig aus dem Urlaub
mit der Ansage, alles schnellstens richtigstellen zu wollen (Was sie
dann erwartungsgemäß natürlich nicht taten).
Zum anderen unsere Kollegin „Khadija“. Sie ist ausgebildete
Altenpflegerin. Ohne ausreichende Deutschkenntnisse bekommt sie in dem
Bereich aber keine Arbeit. Also hat auch sie erst mal angefangen zu
putzen. Als sie krank wurde, wurde sie entlassen. Allerdings war ihre
Probezeit schon vorbei, eine Kündigung also nicht einfach so möglich.
Auch sie entschloss sich, mit unserer Hilfe erst einmal zum
Arbeitsgericht zu gehen. Sie hat zum einen gegen ihre Entlassung geklagt
und zum anderen ausstehende Löhne eingeklagt. Beides war soweit
erfolgreich. Aber „Khadija“ wollte ebenfalls von Anfang an mehr als nur
ihr juristisches Recht.
UND JETZT KOMMT IHR INS SPIEL:
Achtet also bitte auf Ankündigungen, denn ab April werden wir je nach
Bedarf kurzfristig zu mindestens einer Kundgebung aufrufen.
„Khadija“und „Maria“ freuen sich über alle Unterstützer*innen, die
kommen. Denn eines ist klar: This is not the end – only the beginning.
F.T. und B.R. - beide Mitglieder der FAUD
FAUD stellt vor ... „Arbeit im kleinsten Zirkel“ und „Die Revolution ist Alltagssache“
Do., 14.04., „V6“, Volmerswerther Str. 6, 20h
Heute will die FAU gleich zwei Bücher vorstellen. Zum einen „Arbeit im
kleinsten Zirkel – Gewerkschaften im Widerstand gegen den
Nationalsozialismus“. Am Anfang der nationalsozialistischen Diktatur
stand die Zerschlagung der freien Gewerkschaften. Widerstand aus den
Reihen der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft regte sich
schon sehr früh und konnte sich trotz aller Verfolgung lange halten.
Manche Gruppen wurden bis 1945 nicht entdeckt. Gewerkschaftlicher
Widerstand war kein Massenphänomen, auch wenn sich einige Netzwerke im
Untergrund über große Teile Deutschlands ausdehnten und Hunderte von
Mitgliedern hatten. Willy Buschak würdigt den Mut, den Trotz und die
Hoffnung der Menschen aus allen gewerkschaftlichen Richtungen, die diese
„Arbeit im kleinsten Zirkel“ geleistet haben. Er spannt den Bogen vom
Widerstand gegen die aufkommende nationalsozialistische Bewegung vor
1933 bis hin zum 20. Juli 1944 und den letzten Tagen des II.
Weltkrieges. Diese Gesamtdarstellung des gewerkschaftlichen Widerstandes
wirft neues Licht auf viele Fragen und ist ein unverzichtbarer Baustein
für die Geschichte der Gewerkschaften wie auch die deutsche Geschichte
1933–1945. Zum anderen „Emile Pouget – Die Revolution ist Alltagssache“.
Sein Père Peinard ist vielleicht bis heute die witzigste,
einflussreichste, ungewöhnlichste aller anarchistischen Zeitschriften
geblieben – Émile Pouget (1860-1931), Publizist, Polemiker, Satiriker,
aber auch Gründervater des revolutionären Syndikalismus, Erfinder des
Wortes Sabotage, Initiator und Planer einer spektakulären Kampagne für
den Achtstundentag, Mitverfasser der „Charta von Amiens“… Der
vorliegende Band versammelt seine wichtigsten Schriften zum
Syndikalismus. Mehr Infos: http://vsechs.blogsport.eu/category/termin
Wieso? Weshalb? Warum? 1. Mai 2016
Fr., 15.04., „V6“, Volmerswerther Str. 6, 20h, Eintritt frei
Warum sollten wir am 1. Mai auf die Straße gehen? Für den DGB galt es
2015 die „Arbeit der Zukunft (zu) gestalten“ – was keinesfalls die
Aufgabe des sozialpartnerschaftlichen Kurses bedeutet. Dieses Jahr ist
„Zeit für gute Arbeit“ Die Nazis demonstrieren wie immer unter dem
Motto: „sozial geht nur national“, was nicht nur
sozialpartnerschaftlich, sondern auch rassistisch ist. Der
Bundesregierung verdanken wir ein Antistreikgesetz das verharmlosend
„Tarifeinheitsgesetz“ genannt wird (nur fünf Jahre nachdem die damilgen
Chefs vom DGB, Sommer, und BDA, Hundt, ein solches in trauter Einheit
gefordert hatten). An diesem Abend wollen wir mit euch gemeinsam darüber
reden „Wieso? Weshalb? Warum?“ es vielleicht doch Sinn machen kann sich
am ersten Mai zu beteiligen, was der erste Mai vielleicht mit einer
„autonomen“ Arbeiter*innenbewegung und/oder starken Basisgewerkschaften
und einer Perspektivefür eine „andere Zukunft“ zu tun haben kann. Mehr
Infos: http://vsechs.blogsport.eu/category/termin
Letztes Jahr wurde eine unserer Kolleg*innen noch während der Probezeit
von den Bossen des Hotel „La Residenza Altstadt Aparthotel“ entlassen.
Anlass war ganz offensichtlich ein Arbeitsunfall, der dazu führte das
sie mehrere Tage nicht arbeiten konnte. Aber damit nicht genug – die
Bosse zahlten ihr auch nicht korrekt ihren Lohn.
Mit Hilfe der FAUD und der GAS-NRW ging sie zum Arbeitsgericht um ihr
juristisches Recht (korrekte Bezahlung, qualifiziertes Arbeitszeugis)
durch zu setzen. Gegen die Kündigung konnte juristisch nichts gemacht
werden, da die Bosse in Deutschland während der Probezeit die
Arbeiter*innen jederzeit und ohne Begründung entlassen können.
Die Kundgebung:
Für uns ist es wichtig, den Bossen des Hotels und den Arbeiter*innen in
Düsseldorf zu zeigen das es für uns mehr als das juristische Recht gibt –
es gibt eine Würde, die wir als Arbeiter*innen haben und die wir
verteidigen wollen!
Darum treffen wir uns zu dieser Kundgebung – es ist vielleicht die erste
Kundgebung dieser Art in Düsseldorf, aber es wird nicht die letzte
bleiben. Denn ein Angriff auf eine von uns ist immer ein Angriff auf uns
alle. Unsere Würde kann nicht durch Gesetze geschütz werden, sondern
nur durch uns selbst.
Nach der Kundgebung…
… werden wir uns noch in unserem Lokal, dem V6 treffen. Bei Kaffee und
Snacks wollen wir uns noch über die Kundgebung austauschen, neuen
Aktionen besprechen oder einfach nur neue Menschen kennen lernen!
Ort: FAU-Lokal „V6“, Volmerswerther Straße 6, 40221 Düsseldorf
Nach vielen Jahren öffnen sich die Grenzen und mit den Veränderungen
in Kuba ergeben sich neue Möglichkeiten und Gefahren für die kubanische
Gesellschaft. Es ist daher unabdinglich, die Arbeit derer zu stärken,
die von Kuba aus einen kritischen, antikapitalistischen und
antiautoritären Blick auf ein System haben, dessen Auswirkungen sich
jeden Tag mit zunehmender Deutlichkeit im nationalen Geschehen zeigen.
Nach mehr als einem Jahrzehnt der sozialen und politischen
Aktivitäten im Observatorio Crítico Cubano und fünf Jahren als Teil der
anarchistischen Gruppe Taller Libertario Alfredo Lopez (TLAL)
haben wir erkannt, dass eines der Hauptprobleme für unsere Arbeit und
die Ausweitung unserer sozialen Kämpfe das Fehlen eines festen Ortes
ist, von dem aus wir unsere Community entwickeln und unsere Identität
stärker und nachhaltiger ausprägen können.
Wer sind wir?
TLAL ist ein dezidiert anarchistisches
Kollektiv mit einer konstanten, jahrelangen Aktivität. Dabei waren wir
bestrebt, unsere Ansätze zu radikalisieren und gleichzeitig tief in der
kubanischen Gesellschaft und ihren Communities verwurzelt zu bleiben. In
kurzer Zeit ist es uns gelungen, das Libertäre Frühlingstreffen in
Havanna (Jornadas Primavera Libertaria) als jährliches Ereignis zu
etablieren, bei dem wir versuchen anarchistische oder libertäre Aktionen
und Diskussionen zusammenzuführen. Darüber hinaus sind wir
Herausgeber*innen einer bescheidenen gedruckten erscheinenden
Zeitschrift „Tierra Nueva!“, mit der wir – nicht ohne Schwierigkeiten –
versuchen, unsere kritischen Sichtweisen der normalen Bevölkerung
näherzubringen, die kein Internet hat und den Großteil der kubanischen
Gesellschaft ausmacht. Außerdem sind wie bestrebt, die freiheitlichen,
anarch@-syndikalistischen und ökologischen Ideale voranzubringen, die in
der Geschichte dieses Landes bereits vor dem Sieg der Revolution 1959
präsent waren und deren Auswirkungen noch heute aus kleinen versteckten
Ritzen des aktuellen kubanischen Systems dringen.
Eines der größten Projekte, die wir derzeit vorantreiben, ist die im
März 2015 gemeinsam mit anderen Genoss*innen der Region gegründete
Anarchistischen Föderation in Mittelamerika und der Karibik (F.A.C.C.),
ein Netzwerk, das noch sehr viel Potential verspricht.
Um das Tempo der Projekte und Aktionen beizubehalten, benötigen wir
einen physischen Raum – um zusammenkommen und uns in praktischer
Solidarität zu üben, um die Ideen des Kooperativismus, der
Horizontalität, der Selbstorganisation und der Autonomie zu erproben.
Was suchen wir?
Angesichts der praktischen Unmöglichkeit, in Kuba einen Raum
anzumieten, ist unser Vorschlag der Kauf einer Immobilie, in Form eines
Hauses oder einer Wohnung, um dort unser Libertäres Soziales Zentrum und
Bibliothek gründen zu können. Der Ort soll nicht nur als ständiger Sitz
der anarchistischen Gruppe Taller Libertario Alfredo Lopez (TLAL)
für Treffen und andere Aktivitäten zur Verfügung stehen, sondern auch
eine libertäre Bibliothek beherbergen. Diese wird sich aus den jahrelang
angesammelten Materialen zusammensetzen: inlöndische und ausländische
Schenkungen sowie selbst erworbenes Material. Dazu gehören
unterschiedlichste digitale und Printformate: periodische oder einmalige
Erscheinungen, digital oder analog, CDs, DVDs, Filme, Audios usw.
Vorzug bekommen die Materialien, die sich direkt oder indirekt auf den
Anarchismus beziehen, jedoch werden auch jene Materialien, die sich aus
jedweder politischen Perspektive den sozialen Kämpfen in der Geschichte
widmen, ebenfalls präsent sein.
Andererseits werden auch die für ein soziales Zentrum typischen
Aktivitäten stattfinden; Vorträge, Events, Treffen, Küche für alle,
Präsentation von Texten, Partys, Filmbesprechungen, Austausch mit
ausländischen oder inländischen Besucher*innen aus anderen Provinzen,
Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Werkstätten und vieles mehr.
Wie viel benötigen wir?
Für den Kauf benötigen wir 12.000 Euro. Bei unseren letzten Reisen
nach Frankreich und Spanien kamen dank der Solidarität unserer
Genoss*innen mehr als 1.000 Euro zusammen. Darum bitten wir euch bei
diesem Crowdfunding-Projekt um einen Gesamtbetrag von 11.000 Euro.
Warum fragen wir?
Weil wir keine Fördergelder von Staaten, Regierungen oder NGOs
bekommen. Das möchten wir auch gar nicht, um unsere völlige
Unabhängigkeit zu sichern und uns nicht irgendwelchen politischen
Programmen unterordnen zu müssen. Manchmal bekommen wir Spenden von
Gruppen oder Einzelpersonen, die unsere Prinzipien selbstlos und ohne
Vorbedingungen unterstützen. Unsere Praxis erzeugt auch keinerlei
Profit, eher im Gegenteil. Es sollte auch klar sein, dass mit dem
Durchschnittsverdienst in Kuba (20 $ im Monat) nicht die hohen Kosten
einer Unterkunft gedeckt werden können. Zumindest nicht mit ehrlicher
Arbeit, bei der niemand ausgebeutet wird.
Wer wird vom sozialen Zentrum und der Bibliothek profitieren?
Erstmal alle, die Mitglieder der TLAL sind
und unbezahlt in den Räumen arbeiten. Das schließt auch die Leute ein,
die dort tatsächlich leben werden und das Gebäude betreuen. Jenseits von TLAL wird es die uns umgebende Community
sein, da wir vorhaben, Bindungen mit der Nachbarschaft einzugehen und
unseren Raum zur Verfügung zu stellen. Für uns würde ein solches Projekt
keinen Sinn ergeben, wenn es losgelöst wäre von den Nöten und Personen,
die es umgeben.
Die Projekte des Observatorio Crítico, in dem wir weiter aktiv
bleiben werden, sollen ebenfalls die Büros nutzen können, um auf diese
Weise ihre Aktivitäten weiter ausbauen zu können. Darüber hinaus werden
kubanische und internationale Studierende und Forscher*innen in der
Bibliothek einzigartige und kostbare Informationsquellen finden.
Und selbstverständlich werden auch alle libertären und
antikapitalistischen Besucher*innen im sozialen Zentrum aufgenommen
werden, ebenso wie andere Personen, die unserer Solidarität bedürfen.
Was bekommen die Spender*innen zurück?
Wir haben nicht viel Material, das wir im Gegenzug zurückgeben
können, nur unsere Dankbarkeit und gute Stimmung. Natürlich haben alle
Spender*innen Platz in unserem Zentrum in Kuba und Zugriff auf alle
Annehmlichkeiten desselben.
Darüber hinaus würden wir, wenn ihr einverstanden seid, eure
E-Mail-Adressen in unseren Mail-Verteiler aufnehmen, damit ihr
regelmäßig die kubanische libertäre Zeitung „Tierra Nueva!“ erhaltet.
Für diejenigen, die ihre Namen veröffentlicht sehen wollen, haben wir
eine Unterstützerliste auf unserer Webseite, wo diejenigen aufgeführt
sind, die uns geholfen haben, unser Projekt zu realisieren. Alle, die
beigetragen haben, werden wir einen ausführlichen Bericht zukommen
lassen, wo wir beschreiben, in welcher Weise die Gelder genutzt wurden.
Eure Mithilfe ist entscheidend, wenn wir antikapitalistische und libertäre Ideen in Kuba und der Karibik voranbringen wollen!
So kommt ihr zu uns (VRR-Auskunft): S-Bahn: S8/S11/S28 bis Völklinger Straße (Ausgang Volmerswerther Str.) Straßenbahn:
704/709 bis Völklinger Straße S Bus:
726/B09/N8 bis Völklinger Straße S oder
Straßenbahn: 708/719 bis Bilker Kirche
von da zu Fuß in die Martinstraße, rechts halten und auf die Volmermerswerther Straße
VIO.ME WIRD IN DEN HÄNDEN DER ARBEITERiNNEN BLEIBEN!
Die Arbeiter von VIOME in Thessaloniki, Griechenland widersetzen sich
unter widrigsten Bedingungen in einem langen und immer noch andauernden
Kampf um die Selbstverwaltung ihrer besetzten Fabrik Arbeitslosigkeit
und Armut.
Zwei Jahre lang haben sie nun schon auf dem
besetzten Firmengelände ökologische Reinigungsmittel produziert und so
ihren Familien ein kleines Einkommen gesichert. Sie arbeiten seit dem
auf der Basis von Gleichheit und die Generalversammlung hat kollektiv
alle Ent scheidungen getroffen.
Die „granatrote Flut“ – Marea Granate, ein Aktivst*innen Kollektiv,
das aus der Spanischen „Empört euch“ (indignados) Bewegung des M15
entstanden ist. Neben Büros in Berlin, London, Paris, Prag oder Wien
haben Exilant*innen nun auch in Düsseldorf eine Heimat gefunden. Seit
August finden regelmäßige Treffen von Marea Granate im V6 statt.
Durch die Krise wurden schon zehntausende Arbeiter*innen zur
Emigration aus Spanien gezwungen. (Daher auch der Name, denn
granatapfelrot ist die Farbe der Reisepässe). Und so wie es aussieht,
werden auch in Zukunft noch viele gezwungen sein, auf der Suche nach
Arbeit Spanien zu verlassen. Das Ziel von Marea Granate ist es, unter
anderem gegen Ursachen und Verursacher*innen der Krise zu kämpfen und
die sozialen Rechte der spanischen Bürger*innen im Ausland, wie z.B. das
Recht auf eine allgemeine staatliche und kostenlose
Gesundheitsversorgung, zu verteidigen. In NRW haben sich die
Aktivist*innen zu einer Regionalgruppe zusammengeschlossen, um die
Kräfte zu bündeln. Diese Idee lag nahe, sind doch mit dem Ruhrgebiet,
Düsseldorf, Köln und dem Raum Aachen und dem Bergischen Land gleich
mehrere große Ballungsräume dicht beieinander und ideal zu erreichen.
Neben den Arbeitsgruppen, zum Beispiel zu Themen wie
Gesundheitsversorgung oder Kommunikation, verfügt Marea Granate auch
über ein „Notlage-Büro“, um Menschen, die sich in einer Notsituation
befinden, zu helfen, sowie über eine Gewerkschaftliche Aktionsgruppe
(GAS). Und hier kommt nun auch die FAU Düsseldorf ins Spiel. Uns reicht
es nicht einfach, nur das V6 als Treffpunkt und Veranstaltungsraum zur
Verfügung zu stellen – Wir unterstützen ganz konkret die
Gewerkschaftliche Aktionsgruppe (GAS), indem wir kostenlose
gewerkschaftliche Erstberatung anbieten, Tipps bei/für Bewerbungen geben
und anderes mehr. Die Gewerkschaftliche Aktionsgruppe (GAS) ist
übrigens offen für alle – auch wenn Spanisch in der GAS die
Verkehrssprache ist.
Kontakt zu Marea Granate könnt ihr an jedem zweiten Sonntag im Monat
gegen 16.00 im FAU-Düsseldorf Lokal „V6“, 40221-Volmerswerther Straße 6
aufnehmen. Oder per Mail an nrw@mareagranate.de. Ihr findet Marea Granate NRW auch im Internet, bei Facebook und Twitter (alle Links findet ihr auf vsechs.blogsport.eu)
FAU-D
Vio.Me
Vio.me ist eine Fabrik in Thessaloniki, die Baustoffe herstellte und
im Mai 2011 von ihren Besitzern verlassen wurde. Die Arbeiter*innen,
seit über einem Jahr unentlohnt, haben sie in der Folge besetzt. Nachdem
Interventionen bei den Ministerien erfolglos geblieben sind, und sie
von keiner einzigen Gewerkschaft irgendeine Form der Unterstützung
bekamen, haben sie beschlossen, die Fabrik in Selbstverwaltung unter
ihrer eigenen Kontrolle weiterzuführen.
Dabei werden alle Entscheidungen auf Vollversammlungen gemeinsam
getroffen, so auch die Entscheidung, die Produktion umzustellen. Seit
2013 stellen sie nun statt Industriebaustoffen vegane Bioputzmittel her.
Und obwohl Syriza vor ihrem Machtantritt nur lobende Worte für die
Arbeiter*innen von Vio.Me gefunden hat, sah sie sich ganz offensichtlich
nicht im Stande, auch nur das geringste zur Unterstützung zu tun. Im
Gegenteil – die Situation der Arbeiter*innen verschärft sich – hat doch
unlängst ein Gericht entschieden, dass der Konkursverwalter das
Fabrikgelände „liquidieren“, d.h. verkaufen darf. Der neue Eigentümer
hätte dann das gesetzliche Recht für eine Zwangsräumung auf seiner
Seite. Die Arbeiter und Arbeiterinnen sowie die Mitglieder des
Solidaritätsnetzwerkes von Vio.Me haben versichert, in der Fabrik zu
bleiben, Widerstand zu leisten, zu produzieren und ihre Fabrik zu
verteidigen. Um dies sicherzustellen, werden die Arbeiter*innen von
Vio.Me versuchen, die „Karawane des Kampfes und der Solidarität” als
eine permanente horizontale Struktur zur Koordination der
Arbeiter*innen-Kämpfe außerhalb der institutionellen bürokratischen
Gewerkschaften aufzubauen.
Wir werden diesen Prozess weiterhin mit unseren Mittel so gut es geht
unterstützen. So gibt es schon jetzt die vegane Vio.Me-Handseife im
„V6“. Am 30. September werden Teilnehmer*innen einer vom „Kirchlichen
Dienst in der Arbeitswelt“ Duisburg organisierten Studienreise von ihrem
Besuch berichten und ihre Eindrücke schildern. Auf der Homepage von
Vio.Me steht unter der Überschrift „Was du tun kannst, um zu helfen“:
1. Verbreite die Nachricht
2. Mach wirtschaftlich mit
3. Organisier dich! Fördere echte soziale Selbstverwaltung ohne die
Notwendigkeit für Vermittler, Berufspolitiker oder Bürokraten!
Mit euch gemeinsam wollen wir diese drei Punkte in Angriff nehmen.
Und sicher habt ihr selbst auch noch zahlreiche Ideen, wie wir den Kampf
der Arbeiter*innen von Vio.Me unterstützen und mit unseren eigenen
Kämpfen verbinden können.
FAU-D
V6
Im Oktober und November widmen wir uns mit zwei Veranstaltungen der organisierten Religion.
Passend zu Halloween (31.10.) wird Gunnar Schedel vom Alibri Verlag zur
Geschichte und zur aktuellen Debatte um den
„Gotteslästerungsparagraphen“ (§166) referieren. Nach dem Anschlag auf
Charlie Hebdo haben konservative/christliche Kreise prompt eine
Verschärfung des §166 gefordert. Corinna Gekeler wird dann am 12.11.
unter der Überschrift „Zum Glauben verpflichtet.“ – Kirche und
Arbeitsrecht in der BRD sprechen. Spätestens hier wird klar, warum wir
als Anarcho-Syndikalist*innen uns immer mal wieder mit der organisierten
Religion beschäftigen. Die Sonderstellung der „Religionsgemeinschaften“
wirkt sich sowohl auf das individuelle Arbeitsrecht als auch auf unsere
Kollektivrechte aus. Auf der Ebene des Kollektivrechtes zum Beispiel in
Bereichen der betrieblichen Mitbestimmung, des Tarifrechts und auch des
Streikrechts. Dort gelten spezielle, unsere gegen Staat und Bosse hart
erkämpften Rechte einschränkende Regelungen.
Im Winter wollen wir auch eine kleine „Arbeiter*innen Akademie“ an den
Start bringen. Neben Seminaren zum Thema „Kollektives Arbeitsrecht“ und
„Organizing“ wollen wir uns natürlich auch der Kapitalismuskritik und
der Frage nach den Alternativen zuwenden.
Und nicht zu vergessen: Im November sind wir genau seit einem Jahr mit
unserem Lokal „V6“ auf der Volmerswerther Str. 6. Dies wollen wir feiern
– alle Informationen dazu und zu allen weiteren Terminen und
Veranstaltungen findet ihr auf